08.10.2019

Bündnis für die Hamburger Innenstadt: Sechs Verbände und die Handelskammer fordern die Politik zum aktiven Handeln auf

VMG | Nachrichten | Politik

Das Thema beschäftigt die Einzelhändler genauso wie die Kunden. Entsprechend groß war deshalb auch das Interesse der Medienvertreter im Foyer des altehrwürdigen Levantehauses. Auf einer Pressekonferenz heute Mittag forderten der Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (VMG) und fünf Verbände gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg sowohl Bürgerschaft als auch Senat dazu auf, sich gemeinsam mit der Wirtschaft für eine attraktive und lebendige Hamburger Innenstadt einzusetzen.

„Der Einzelhandel, der eine der prägenden Branchen der City-Wirtschaft ist, erfährt im Zuge der Digitalisierung einen tiefgreifenden Strukturwandel, so dass sich die enge Verbindung zwischen Handel und Innenstadt zusehends verändert“, erläutert Handelskammer-Vizepräses André Mücke den Anlass für das Bündnis. Mücke forderte zusammen mit seinen Partnern vom VMG, dem City Management Hamburg, DEHOGA Hamburg, Handelsverband Nord, Tourismusverband Hamburg und Trägerverbund Projekt Innenstadt ein millionenschweres Investitionsprogramm für die Hamburger Innenstadt. Zuletzt flossen immer mehr Gelder in die HafenCity, was nicht nur Marc Tiefenthal, Vorstandsvorsitzender City Management Hamburg, kritisiert: „Es darf keine Zwei-Klassen-Innenstadt entstehen.“ 

Unterstützung erhielt Tiefenthal vom VMG-Vorsitzenden Volker Tschirch: „Wir sehen die wachsende Wettbewerbssituation zwischen dem ÜberseeQuartier in der HafenCity und dem Kern der Innenstadt. Wir fordern hier einen fairen Wettbewerb.“ In der HafenCity sei bereits ein guter Verkehrsmix sichergestellt, sagte Tschirch. Die Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr und vierspurige Straßen sei gut, es gebe ausreichend Parkraum sowie breite Fahrrad- und Fußgängerwege. „Für den Kern unserer Hamburger Innenstadt fordern wir diesen vernünftigen Verkehrsmix und damit eine hervorragende Erreichbarkeit – gerade für die Menschen aus dem Umland. Bevormundungen und Verbote helfen dem Handel und unseren Kunden nicht“, so Tschirch.

Der VMG-Chef forderte darüber hinaus einen „mutigen und realistischen Masterplan“, um den Verkehr in der Innenstadt vernünftig zu entwickeln. Diese Forderung unterstrich auch der Vorstandsvorsitzende des Tourismusverbandes Hamburg, Prof. Norbert Aust: „Alle Quartiere in der Innenstadt müssen untereinander durch ein attraktives Fußwegenetz verbunden werden – in der Nord-Süd-Richtung zwischen dem Kern der Innenstadt und der HafenCity ebenso wie in der Ost-West-Richtung, zum Beispiel zwischen dem Rathausquartier und dem Kontorhausviertel.“

Ludwig Görtz, der Vorsitzende des Trägerverbunds Projekt Innenstadt, erwartet von der Stadt, dass sie stärker in die Qualität der Straße und Plätze investiert: „Dazu gehören die Neugestaltung des Gerhart-Hauptmann-Platzes innerhalb der nächsten drei Jahre und eine umfassende Aufwertung des Rathausmarktes.“

Das Bündnis der Verbände für die Hamburger Innenstadt fordert die Stadt auf, in zehn Handlungsfeldern aktiv zu werden. Diese sind:

  1.) Aufmerksamkeit für die Innenstadt schaffen
  2.) Erreichbarkeit gewährleisten
  3.) Orientierung schaffen – analog und digital
  4.) Wegeverbindungen schaffen
  5.) Vorreiter in der City-Logistik werden
  6.)Nutzungsmischung voranbringen
  7.) Öffentliche Räume aufwerten
  8.) Standards für öffentliche Räume weiterentwickeln
  9.) Regeln für ein Miteinander weiterentwickeln
10.) Investitionsprogramm für die Innenstadt auflegen.

Das ausführliche Standpunktepapier mit allen zehn Punkten steht hier für Sie zum Download bereit.

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